Bedeutung
Baltisch-Adriatischer Korridor & EU-Integration
Als eine der wichtigsten Nord-Süd-Transversalen Europas verbindet der Baltisch-Adriatische Korridor die Ostsee mit der Adria. Er durchläuft Polen, Tschechien, die Slowakei, Österreich sowie Italien und vernetzt über die ehemalige bruchlinie Europas hinweg aufstrebende Wirtschaftsregionen dreier neuer Mitgliedstaaten. Er ist somit eine der wichtigsten transeuropäischen Eisenbahnachsen sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr.
Europa erhält damit eine zusätzliche Alpen querende Nord-Süd-Verbindung, die zur Entlastung anderer Verkehrsachsen beiträgt.
Die neuen EU-Mitgliedstaaten Polen., Tschechien und die Slowakei erhalten durch die Verlängerung des korridors einen massiv verbesserten zugang zu den Wirtschaftsräumen Österreichs und Oberitaliens.
Interoperabilität
Interoperabilität bedeutet die Eignung des transeuropäischen Eisenbahnsystems für den sicheren und durchgehenden Zugverkehr. In Europa gibt es viele historisch gewachsene, nationale Bahnsysteme. Unterschiedliche technische Standards behindern einen grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Deshalb ist bei internationalen Zügen meistens ein Lokwechsel im Grenzbahnhof nötig. In besonders schwierigen Fällen müssen Fahrgäste umsteigen oder Güter umgeladen werden. Aufwendige nationale Zulassungsverfahren erschweren die Verwendung von Mehrsystemfahrzeugen, die auf verschiedenen Bahnnetzen verkehren können. Auch die Infrastruktur muss beispielsweise auf Grund verschiedener Bahnsteighöhen oder Zugsicherungs- und Signalgebungssystemen harmonisiert werden. In der Studie des BMVIT ist die Koralmbahn als interoperable HGV-Strecke bereits eingezeichnet.
